Begleitung männlicher Opfer sexueller Gewalt in der Kindheit

 

Ich mag den Ausdruck „Opfer“ nicht. Ein Mann, der in seiner Kindheit und Jugend sexuelle Gewalt in der Familie erfuhr, bleibt jedoch solange Opfer, bis er sich diesen Erfahrungen stellt und damit selbstverantwortlich umgeht.

 

Das Unterbewusstsein hat Dich zunächst geschützt

Du hast erst nach Jahren des Verdrängens erkannt, was Dir als Junge widerfahren ist. Diese traumatischen Erfahrungen haben Dich damals so stark belastet, dass Dein Weiterleben meist nur funktioniert hat, weil Du die Erinnerung  ganz weit weggedrängt hast. Besser gesagt: das hat Dein Unterbewusstsein ganz von allein erledigt.

 

Großes Schweigen

Immer noch herrscht in unserer Gesellschaft großes Schweigen. Sexuelle Gewalt, Missbrauch an Jungen durch Mutter, Vater, Familienmitgliedern oder Schutzbefohlenen ist eines der stärksten Tabus. Dies gilt auch für die Politiker in deutschen Parlamenten. Bisher verjähren diese Straftaten nach 10 Jahren, und Du kannst gegen Deinen Täter oder Deine Täterin strafrechtlich nicht mehr klagen, obwohl allen Verantwortlichen das Phänomen des Verdrängens bekannt ist und im Bundestag gegen diese Verjährung mehrfach protestiert wurde.

 

Keiner glaubt Dir

Dein Leben begann schrecklich. Du suchst nach Hilfe, nach Menschen, die Dir zuhören und denen Du vertrauen kannst. In Deiner Familie findest Du diese Menschen nicht immer. Dein Vater, Deine Mutter, Deine Geschwister oder andere Verwandte können oder wollen dir nicht zuhören. Es geht oft soweit, dass Du mit diesem schrecklichen Erleben als Lügner hingestellt wirst.

 

Du bist isoliert – wie damals

Du bist isoliert oder Du wirst isoliert. Und die oder der Täter – vielleicht Deine Mutter oder Dein Vater, Dein älterer Bruder – laufen frei herum! Du lebst vielleicht in einer festen Partnerschaft und schämst dich deiner Partnerin gegenüber – du kannst deinen Schmerz nicht mit ihr teilen.

 

Deine Partnerschaft ist belastet

Dadurch trennt euch etwas ganz wichtiges. Deine Sexualität gestaltet sich durch Dein Trauma anders als Du es dir wünschst. Du kannst aber nicht mit ihr sprechen. So zieht sich Dein großes Schweigen durch Dein Leben. Wie würde es Dir mit einem anderen Umgang mit deinem Vertrauen zu deinen Mitmenschen gehen? Es fühlt sich bestimmt anders an – besser, ohne Scham und Angst zu leben. Es fühlt sich bestimmt besser an, mit deiner anders gelebten Sexualität angenommen zu werden.

So vieles würde sich anders, besser in deinem Leben anfühlen!

 

Selbstbestimmter und klarer werden

Lass uns gemeinsam herausbekommen, wo Dein Weg zu diesem Besseren sein kann. Du kannst hier in einem geschützten, sicheren Raum sprechen und von Dir erzählen. Ich höre Dir zu. Was brauchst Du, damit sich das Vertrauen in dich selbst und damit in andere Menschen verändern darf?

 

Mach dich auf den Weg. Bis gleich.


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